Orientierung am christlichen Menschenbild

WER WIR SIND

Einrichtung der Jugendhilfe

Das St. Konradihaus wurde im Jahre 1880 als „Rettungsanstalt für ältere katholische Knaben“ gegründet. Unter dem Patronat des Heiligen Konrad nahm man sich „besonders verwahrloster und sittlich entarteter katholischer Knaben“ (Statuten 1880) an.

 

Im Laufe der Zeit hat sich unsere Einrichtung immer wieder gewandelt. Um den vielfältigen gesellschaftlichen Veränderungen Rechnung zu tragen, wurden unsere Angebote immer wieder angepasst; Überholtes wurde aufgegeben, Bewährtes wurde übernommen und Neues entstand.


Dazu gehört die teilweise Dezentralisierung durch die Eröffnung mehrerer Außenwohngruppen mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Hinzu kamen das Betreute Jugendwohnen, spezielle Angebote für Mädchen und junge Frauen sowie gemischtgeschlechtliche Außenwohngruppen. Die schulischen Möglichkeiten wurden erweitert und die beruflichen Angebote ausgebaut.

 

Auf der Grundlage einer vom christlichen Menschenbild geprägten Erziehung wurden und werden die Methoden dem aktuellen Stand der wissenschaftlichen Ansätze in der Pädagogik und Psychologie angepasst.

 

In der gesamten Geschichte unserer Einrichtung steht bis heute eine Erkenntnis im Mittelpunkt unserer Arbeit: Zu einer gelingenden Lebensgestaltung gehören un-trennbar sowohl Sozialpädagogik, als auch schulische und berufliche Bildung. Deshalb wurde der Einrichtung bereits von Anfang an eine Schule angegliedert und es wurden Werkstätten eingerichtet.


Heute sprechen wir mit unserem vielfältigen Angebot junge Menschen zwischen 12 und 27 Jahren unabhängig von Herkunft, Religion oder Geschlecht an. Unser Angebot umfasst differenzierte betreute Wohnformen, eine breite Palette an schulischen und beruflichen Bildungsmöglichkeiten sowie eine Vielzahl an Fachdiensten.

 

Unser Schülerwohnheim und unsere Angebote in der Region sind ein weiterer Teil unseres Engagements für junge Menschen. Dazu gehören die Außenstelle unserer Schule für Erziehungshilfe in Ehingen, die Kooperations- und Beratungsstelle für Regelschulen im Alb-Donau-Kreis, sowie die soziale Gruppenarbeit in Dietenheim und die sozialpädagogische Betreuung und Beratung der offenen Jugendarbeit in der Stadt Dietenheim.


Geschichte: Meilensteine
Geschichte: Meilensteine
  
1879Eröffnung und Einzug der ersten 18 Zöglinge in das St. Konradihaus
1880 bis 188138 Zöglinge werden von einem Hausvater, einem Lehrer und drei barmherzigen Schwestern des Hl. Vinzenz von Paul aus Schwäbisch Gmünd betreut
 Ein landwirtschaftlicher Hof nimmt seinen Betrieb auf, eine Schneiderei, eine Schusterei, eine Korbflechterei, eine Kouvert-Fabrikation nebst Pappverarbeitung sowie eine Buchbinderei werden eingerichtet
1890Eine erste Höchstbelegung mit 102 Buben wird erreicht
1902 bis 1904Baubeginn für eine „längstvermisste Badeanstalt“
 Erhöhung des Anstaltsgebäudes um ein Stockwerk auf drei Geschosse nebst Dachgeschoss
 Neubau eines Stalls
 120 Buben werden betreut
1909Filialgründung mit Neubau in Pfauhausen bei Plochingen
1911Bau einer Turn- und Spielhalle
1912Die Filiale Pfauhausen wird in eine Anstalt für „krüppelhafte Kinder beiderlei Geschlechts“ überführt
 Neubau eines Arbeitssaales im St. Konradihaus. Die Einrichtung erhält damit Platz für 160 Zöglinge
1914 bis 1915Bau eines weiteren Wohngebäudes mit größerer Waschküche und eines zusätzlichen Schlafsaals
 Einrichtung eines „Genesungsheimes für invalide und verwundete Krieger“ des Ersten Weltkriegs
1918 bis 1919Bauern- und Soldatenräte fordern die Enteignung und Auflösung des St. Konradihauses
192769 schulentlassene Zöglinge des St.Gebhardi-Hauses in Hengenberg werden zugewiesen. Deshalb werden 49 Schüler aus der Abteilung für schulpflichtige Knaben St. Ulrich in andere Anstalten verlegt. Die Anstaltsschule wandelt sich zur Gewerbeschule
 Einrichtung einer Gemüsegärtnerei mit Lehrbetrieb. Das landwirtschaftliche Hofgut Oberschelklingen wird gekauft und eine „Burschenkolonie Oberschelklingen“ als Übergangstation vor der Entlassung für bis zu zehn Burschen eingerichtet
1928Das Hofgut erhält eine eigene Wasserleitung, ein Wohnhaus anstelle einer Scheuer sowie eine Strohmattenflechterei und eine Perldeckenherstellung für die Wintermonate
1929Zum 50. Jubiläum wird ein Sportplatz im Längental errichtet
194060 Kinder samt Pflegepersonal werden vom Kinderheim Canisiushaus Schwäbisch Gmünd aufgenommen
1941Das Reichskommissariat beschlagnahmt die Anstalt. Alle Jugendlichen bis auf wenige Zöglinge im Hofgut Oberschelklingen werden in ihre früheren Wohnorte entlassen
1945Die Landwirtschaft im Talgut wird nach Kriegsende wieder in Eigenregie betrieben
1948Wiedereröffnung des St. Konradihauses mit Platz für 70 Zöglinge
1949Etwa 80 Zöglinge werden betreut, davon ungefähr ein Drittel „Flüchtlingszöglinge“
 Es fehlt an Schwestern. Weil der Betrieb der Anstalt finanziell schwierig ist, wird die Übergabe an eine Ordensgemeinschaft erwogen. Eine Malerei wird eröffnet und ein Gipsermeister angestellt, der einen Lehrbetrieb aufbaut
1952 bis 1954Mit dem Umbau von Wohngruppen beginnt die Umgestaltung des bisherigen Anstaltstyps
1956Die mechanischen Werkstätten nehmen den Lehrbetrieb auf
1959Das Fürsorgeheim verfügt über 150 Plätze
1960Eine neue Hauskapelle wird eingeweiht
1962Abriss des landwirtschaftlichen Talgutes
1964Einweihung des Hallenschwimmbades an der Stelle des alten Talgutes. Dem Neubau angegliedert wird die neue Schlosserei eröffnet. In der alten Schlosserei wird ein „Casino“ mit Kegelbahn eingerichtet
1966Das St. Konradihaus bietet 17 Ausbildungsberufe an
1972Wiedereinrichtung einer Sonderschule am Heim für schulpflichtige Kinder
1972 bis 1973Bau dreier Wohngruppenhäuser auf dem bisherigen Gärtnereigelände
1973 bis 1975Neubau einer Großküche anstelle der alten Kapelle
 Einweihung der neuen Kapelle
1974Kauf des Ferienhauses Oberschmeien bei Sigmaringen
1976Inbetriebnahme des Hartplatzes auf dem bisherigen Gärtnereigelände
1977Eröffnung des Ausbildungszentrums
1979Eröffnung des neuen Schulgebäudes mit neuer Turnhalle
1980Das St. Konradihaus bietet folgende Ausbildungsberufe an: Bäcker, Elektroinstallateur, Kunst- und Bauschlosser, Landwirt, Maler und Lackierer, Maschinenbauer, Schreiner. In der Schillerstraße in Schelklingen entsteht die erste Außenwohngruppe mit zehn Plätzen für männliche Jugendliche
1981Eröffnung des Schülerwohnheims für bis zu 75 Berufsschüler der Gewerblichen Berufsschule in Ehingen
 Die barmherzigen Schwestern des Hl. Vinzenz von Paul aus Untermarchtal beenden nach 100 Jahren ihren Einsatz im St. Konradihaus
1985Ein psychologischer Fachdienst wird eingerichtet
1986Erweiterung des Wohngruppengebäudes auf dem Hofgut
1989 bis 1991Erneuerung des Hallenbads und Einrichtung der Cafeteria als Sitzungs- und Veranstaltungsraum
1989 bis 1992In den Gebäuden der Piuspflege in Oggelsbeuren wird ein Heim mit Schule und berufsbildenden Angeboten für etwa 60 Kinder und Jugendliche betrieben
1991Eröffnung der Außenwohngruppe Am Lützelberg
1994Einrichtung der Kontaktstelle Betreutes Jugendwohnen mit zunächst acht Plätzen
 Eröffnung der Außenwohngruppe Blaubeurer Straße
 Eröffnung der Mädchenwohngruppe Schillerstraße
 Einrichtung von berufsvorbereitenden Maßnahmen und einer Fachwerkerausbildung für lernbehinderte Jugendliche Pendler aus dem Alb-Donau-Kreis in Zusammenarbeit mit der Arbeitsverwaltung
1995 bis 2000Sanierung aller Gebäude der Gesamteinrichtung; Neugestaltung des Innenhofes
1996Umzug der Kontaktstelle und Einrichtung von Appartements für das Betreute Jugendwohnen im neuen Gebäude in der Schulstraße
 Ein freizeitpädagogischer Fachdienst wird eingerichtet
1998Neue Ausbildungsangebote für lernbehinderte Jugendliche: Holzfachwerker und Malerfachwerker
2000Inbetriebnahme des neuen Rinderstalls auf dem Hofgut Oberschelklingen
2001Beginn mit der sozialen Gruppenarbeit und der hauptamtlich betreuten offenen Jugendarbeit in Dietenheim
 Weiteres Ausbildungsangebot: Fachkraft im Gastgewerbe
2003Erweiterungsbau des Schülerwohnheimes in Ehingen mit 80 Plätzen
2004Eröffnung der Außenstelle der Schule für Erziehungshilfe in Ehingen
2005Eröffnung der koedukativen Wohngruppe Goethestraße
 Inbetriebnahme des neuen Rinderaufzuchtstalles auf dem Hofgut Oberschelklingen
 Fachverkäufer/in im Lebensmittelhandwerk (Bäckerei) als zusätzlicher Ausbildungsberuf
 Bischof Dr. Gebhard Fürst besucht das St. Konradihaus anlässlich des 125. Stiftungsjubiläums
2006Eröffnung des Hofladens; Integration des Backwarenverkaufes in den Hofladen
 Konzeptionelle Neuausrichtung der Dezentralen Wohngruppe am Lützelberg zur koedukativen Wohngruppe
2007Eröffnung der ersten koedukativen Zentralen Wohngruppe
 Weiteres Ausbildungsangebot: Beikoch/Beiköchin
2008Eröffnung des Café - Restaurant Vis á Vis im Bürgerheim St. Ulrich in Schelklingen
 Restaurantfachfrau/mann als zusätzlicher Ausbildungsberuf
 Eröffnung der koedukativen Wohngruppe in Justingen
2009Inbetriebnahme der Mensa im Neubau der Magdalena-Neff-Schule Ehingen
2010Inbetriebnahme des zweiten Erweiterungsbaus am Schülerwohnheim in Ehingen mit weiteren 78 Plätzen
 Konzeptionelle Neuausrichtung einer zweiten Zentralen Wohngruppe als Koedukative Wohngruppe
2012Michael Krüger, bisher Verwaltungsleiter im St. Konradihaus, folgt altershalber auf Joachim Landthaler als Vorstand der Einrichtung
2013Erweiterung des Ausbildungsangebotes: Bäckerfachwerker
2014Beginn umfangreicher Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten am Erstgebäude des Jugendwohnheims in Ehingen
Roland Zeller beginnt seine Tätigkeit als Vorstand der Einrichtung