psychologische und therapeutische Betreuung der Jugendlichen

Fachdienste

Interdisziplinäre Hilfe

Die Fachdienste bilden neben der Wohngruppen-Betreuung, der Schule und der Ausbildung eine weitere Säule einer breit angelegten Angebotspalette innerhalb unserer Jugendhilfe-Einrichtung.

Sie unterstützen die Erziehungsarbeit und tragen zur persönlichen und schulisch-beruflichen Entwicklung der jungen Menschen bei. Sie sind in der Erziehungs- und Hilfeplanung eingebunden, und helfen den Jugendlichen und Mitarbeitern bei Schwierigkeiten und Konflikten.

 

Zu den Fachdiensten gehören:

  • Der Psychologische Dienst
  • Die Suchtprävention 
  • Der kinder- und jugendpsychiatrische Dienst
  • Die Supervision


Die psychologische und therapeutische Betreuung erfolgt zunächst über den einrichtungsinternen Psychologischen Dienst, darüber hinaus bei Bedarf durch niedergelassene FachkollegInnen.

 

Die medizinische Versorgung leisten die niedergelassenen ÄrztInnen der Stadt, ein Betriebsarzt sowie die FachärztInnen und Krankenhäuser.

 

 

Der Psychologische Dienst

Der Psychologische Dienst

 

Zu den Aufgaben des Psychologischen Dienstes gehören die regelmäßige Eingangsdiagnostik, die Beratung und Therapie für Jugendliche, sowie die Beratung der Mitarbeiter in Wohnbereich, Schule, Ausbildung und pädagogischer Leitung.

 

Mit verschiedenen Arbeitsformen und unterschiedlichen therapeutischen Ansätzen trägt der Psychologische Dienst sowohl zur Verbesserung von Lebenskompetenzen, als auch zur Verminderung aktueller und chronischer Probleme und Konflikte der jungen Menschen bei.

 

Die Arbeit mit Jugendlichen wird ergänzt durch den Einbezug der Herkunftsfamilie. Einzelne oder regelmäßige Beratungsgespräche mit den Eltern oder dem erweiterten Familiensystem lassen die Verhaltensprobleme oft in anderem Kontext erscheinen, und können auch den Eltern die Möglichkeit zu veränderten Verhaltensweisen eröffnen.

 

Es besteht eine regelmäßig eng verzahnte Kooperation mit dem Kinder und Jugendpsychiater, der einmal wöchentlich ins St. Konradihaus kommt, um hier die Sprechstunde abzuhalten.

 

Nicht zuletzt bilden Fortbildungsveranstaltungen, beispielsweise Einzelvorträge oder Inhouse-Seminare, eine weitere Möglichkeit, sich mit pädagogischen Inhalten auseinanderzusetzen und auf diese Weise Qualitätsmerkmale sicherzustellen.

Die Suchtprävention

 

Konsumbedingte Verhaltensprobleme werden in der einrichtungsinternen Suchtprävention bearbeitet. Bei Bedarf wird an die verschiedenen kooperierenden Einrichtungen der Suchthilfe weitervermittelt, wie der externen Drogenberatung oder der stationären Entzugs- und Entwöhnungsbehandlung.

 

Die Lebensgeschichten der Jugendlichen im St. Konradihaus sind häufig gekennzeichnet durch Erfahrungen mit legalen oder illegalen Suchtmitteln, sowie einem ausufernden Medienkonsum.

In Zusammenarbeit mit den Beteiligten wird ein Förderplan erarbeitet, der Veränderungen unterstützen und die Gefahr von Chronifizierung oder Abhängigkeit vermindern kann.

 

Verschiedene vorbeugende Maßnahmen wie Vorträge, Weiterbildungen und regelmäßige Konferenzen schaffen eine gemeinsame Arbeitsgrundlage, sensibilisieren die MitarbeiterInnen und eröffnen weitere Handlungsmöglichkeiten.

 

Der Kinder- und Jugendpsychiatrische Dienst

 

Ein Kinder- und Jugendpsychiater mit wöchentlichen Sprechstunden im St. Konradihaus leistet die medizinische Versorgung bei psychiatrischen Krankheitsbildern.

 

Diese aufsuchende Sprechstunde hält die Hemmschwelle zur Inanspruchnahme des Arztes niedrig und fördert die Bereitschaft zur weiteren Mitarbeit.

 

Der kinder- und jugendpsychiatrische Arzt unterstützt die jugendhilfliche Arbeit mit diagnostischer Klärung, medikamentöser Behandlung, Krisenintervention oder im Bedarfsfall Vermittlung in stationäre Behandlung.

Supervision

 

Pädagogische Arbeit benötigt Möglichkeiten der Beratung und Reflexion, sowohl fall- als auch teambezogen.

 

Externe SupervisorInnen begleiten unsere MitarbeiterInnen fachlich in der Einzelfallberatung, und unterstützen die Teams bei Schwierigkeiten in der Gruppe. Als Außenstehende können sie unvoreingenommen die Gruppen- und Teamdynamik betrachten, und dadurch neue hinweisgebende Lösungswege vorschlagen.

 

Auch einzelne Mitarbeiter können ihre persönliche Arbeitsweise und beruflichen Zusammenhänge reflektieren. Dies hilft dem Einzelnen und verbessert die Zusammenarbeit im Team.

 

Anti-Aggressivitäts-Training ®

 

Das St. Konradihaus ergänzt seine pädagogische Arbeit innerhalb der Hilfeplanung mit individuellen Zusatzleistungen. Diese werden nach Bedarf und in Absprache mit dem Jugendamt vereinbart.

 

Besonders hervorzuheben sind dabei das Anti-Aggressivitäts-Training ® und die Intensive sozialpädagogische Einzelbetreuung (ISE):

 

Anti-Aggressivitäts-Training ®
Das AAT® begegnet gewaltbereiten Jugendlichen mit einer professionellen Methode. Nicht der Mensch wird hierbei verurteilt, sondern sein gewaltbereites Verhalten. Der lerntheoretische Ansatz geht davon aus, dass gewalttätiges Verhalten erlernt wurde und somit auch wieder abtrainiert werden kann. Diese intensive Auseinandersetzung mit dem Thema Gewalt wird in Gruppenarbeit geleistet. Eine AAT®-Gruppe besteht aus 6 Jugendlichen und 2 speziell ausgebildeten Trainern.

 

Intensive Sozialpädagogische Einzelbetreuung

 

Die intensive sozialpädagogische Zusatzbetreuung ergänzt die reguläre Betreuung in der Wohngruppe, in der Schule und in der Ausbildung. Sie wird auf den Einzelfall abgestimmt, und kann einem erhöhten Förderbedarf Rechnung tragen.

 

Gründe hierfür können zum Beispiel starke Verhaltensauffälligkeiten sein, oder wenn Jugendliche in ihrer aktuellen Lebenssituation pädagogisch nur schwer oder nicht mehr erreichbar sind. Diese Leistung wird, nach vorheriger Absprache mit dem Jugendamt, in der Regel von Fachkräften aus unserer Einrichtung erbracht.

 

Freizeitpädagogik

Freizeitpädagogik

 

Wesentliches Ziel der Freizeitpädagogik im St. Konradihaus ist es, freie Zeit aktiv, sinnvoll zu gestalten und mit Erfahrungswerten sowie Erlebnissen zu füllen.

 

Die Jugendlichen werden dabei zusätzlich zur freizeitpädagogischen Betreuung in den Wohngruppen von einem Freizeitpädagogen begleitet. Dieser wiederum wird durch weitere Kolleginnen und Kollegen aus den Wohngruppen im Freizeitteam unterstützt, wodurch der Angebotsbereich erweitert wird.

 

Der Freizeitpädagoge mit seinem Team ermutigt die Jugendlichen, aktiv ihre Freizeit zu gestalten, Verantwortung für sich und andere zu entwickeln, Zuverlässigkeit und Regelmäßigkeit zu lernen, Regeln zu achten und Fairness zu entwickeln aber auch mal neue und ungewohnte Erfahrungen zu machen und diese Erfahrungswerte in ihr Alltagsleben zu integrieren.

 

Mit vielfältigen Freizeitangeboten und erlebnisorientierten Maßnahmen innerhalb wie außerhalb des St. Konradihauses fördern wir so die Selbstverwirklichung der Jugendlichen.